CNC-Drehmaschine gebraucht: Preise, Hersteller & Kaufberatung 2026
Die CNC-Drehmaschine ist das Arbeitspferd der zerspanenden Fertigung — robust, präzise, hochproduktiv bei rotationssymmetrischen Teilen. Wer eine gebrauchte Drehmaschine kauft, spart gegenüber Neupreisen 40-70 %, muss aber spezifische Prüfpunkte beachten. Dieser Ratgeber liefert aktuelle Preise, Hersteller-Empfehlungen und die wichtigsten Unterschiede zwischen klassischer Drehmaschine und Dreh-Fräs-Zentrum.
Kurzantwort: Eine gebrauchte CNC-Drehmaschine (2 Achsen, Baujahr 2010-2015) kostet 2026 22.000 – 55.000 EUR, ein Dreh-Fräs-Zentrum aus gleichem Baujahr 55.000 – 120.000 EUR. Marktführer im Gebrauchtsegment: Okuma, Mazak, DMG Mori (wertstabil) sowie Doosan, Haas (Einsteiger). Spezifische Prüfpunkte: Spindel-Rundlauf im Futter (unter 0,005 mm), Werkzeug-Revolver alle Positionen testen, Reitstock-Druck prüfen. Für Langdrehen sind Tornos und Citizen Standard. Zukunftssichere Steuerungen: Fanuc 30i/31i, Siemens 840D sl, Okuma OSP P500, Mazatrol SmoothAi.
Preise für gebrauchte CNC-Drehmaschinen 2026
| Typ | Baujahr | Preisspanne |
|---|---|---|
| CNC-Drehmaschine 2-Achs (Einstieg) | 2005-2010 | 12.000-28.000 EUR |
| CNC-Drehmaschine 2-Achs (Standard) | 2010-2015 | 22.000-55.000 EUR |
| CNC-Drehmaschine 2-Achs (modern) | 2016-2020 | 45.000-95.000 EUR |
| Dreh-Fräs-Zentrum (mit Y-Achse) | 2010-2015 | 55.000-120.000 EUR |
| Mehrachs-Premium (Mazak Integrex) | 2015-2020 | 150.000-350.000 EUR |
| Langdrehmaschine (Tornos, Citizen) | 2015-2020 | 85.000-220.000 EUR |
Für den Gesamtüberblick auch anderer Maschinentypen siehe unseren Preisratgeber 2026 für gebrauchte Industriemaschinen.
Hersteller im Überblick
Premium (wertstabil)
- Okuma — LB-Serie, Multus, Genos; OSP-Steuerung, hohe Präzision
- Mazak — QT, QTN, Integrex; Mazatrol-Steuerung für einfache Programmierung
- DMG Mori — NLX, NTX, CTX; europäisches Premium-Drehen
- Index-Werke — TNC-Reihe; deutsche Feinmechanik, sehr langlebig
- Schaublin — Schweizer Präzision, Uhren- und Medizintechnik
Volumen (günstig)
- Doosan / DN Solutions — Puma-Serie, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Haas — ST-Serie, amerikanisch, ideal für Einsteiger
- Hyundai Wia — koreanische Volumenmarke, preissensitiv
- Hardinge — solide Mittelklasse, besonders für kleine Teile
- EMCO — österreichische Einsteiger- und Ausbildungsmaschinen
Langdrehen (Stangenbearbeitung): Hier dominieren Tornos (Schweiz) und Citizen (Japan) den Markt. Für Teile bis Ø 32 mm mit hohen Stückzahlen unschlagbar. Gebraucht ab rund 85.000 EUR, aber meist extrem gefragt — schnelle Verfügbarkeit ist der Hauptfaktor.
Drehmaschine vs. Dreh-Fräs-Zentrum
Die wirtschaftliche Entscheidung hängt vom Werkstück-Spektrum ab. Eine klassische CNC-Drehmaschine (2 Achsen) ist ideal für rotationssymmetrische Teile ohne Querbohrungen oder Nuten — Wellen, Ringe, Flansche, einfache Hülsen. Schnell programmierbar, wartungsfreundlich, hohe Spanleistung.
Ein Dreh-Fräs-Zentrum (mit angetriebenen Werkzeugen, Y-Achse, oft Gegenspindel) amortisiert sich bei Teilen mit mehreren Bearbeitungsschritten (Querbohrungen, Nuten, Sechskant-Köpfe, Schrägbohrungen). Ein Dreh-Fräs-Zentrum spart Rüstzeit, Umspann-Ungenauigkeit und reduziert die Anzahl notwendiger Maschinen. Wirtschaftliche Schwelle: Wenn mindestens 40 % Ihrer Teile nach dem Drehen zusätzlich gefräst werden müssen, ist ein Dreh-Fräs-Zentrum günstiger als zwei separate Maschinen.
Drehmaschinen-spezifische Prüfpunkte
Zusätzlich zur allgemeinen CNC-Inspektion gibt es drehspezifische Punkte. Eine vollständige Prüfliste finden Sie in unserer 7-Punkte-Inspektionscheckliste — für Drehmaschinen zusätzlich:
- Spindel-Rundlauf im Futter: Prüfdorn einspannen, Messuhr am Dornende — Zielwert unter 0,005 mm (Standard), unter 0,003 mm (Premium).
- Werkzeug-Revolver: Alle Positionen durchfahren, mit Messuhr auf Rundlaufspiel prüfen. Werkzeugwechselzeit messen und mit Datenblatt vergleichen.
- Reitstock (falls vorhanden): Hydraulik-Druck konstant? Pinolen-Rundlauf prüfen. Bei langen Teilen kritisch.
- C-Achse bei Dreh-Fräs-Zentren: Indexiertes Drehen testen, Wiederholgenauigkeit der Winkelposition prüfen (unter 0,02°).
- Angetriebene Werkzeuge: Unter Last testen, Drehzahl und Drehmoment an Beispielwerkstück messen.
- Stangenlader-Schnittstelle: Falls vorhanden — Durchmesserbereich, Materialkompatibilität, Abziehkraft prüfen.
- Späneförderer: Bei Drehmaschinen besonders belastet — Lager, Antrieb, Späne-Brecher testen.
Gebrauchte CNC-Drehmaschinen kaufen
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Häufige Fragen zu gebrauchten CNC-Drehmaschinen
Was kostet eine gebrauchte CNC-Drehmaschine 2026?
Eine gebrauchte CNC-Drehmaschine mit 2-Achsen und Baujahr 2010-2015 kostet 2026 typischerweise zwischen 22.000 und 55.000 EUR. Dreh-Fräs-Zentren (CNC-Drehmaschine mit angetriebenen Werkzeugen und Y-Achse) aus gleichem Baujahr liegen bei 55.000 bis 120.000 EUR. Mehrachsige Premium-Drehzentren (z.B. Mazak Integrex, DMG Mori NTX) sind im Gebrauchtmarkt mit 150.000 bis 350.000 EUR notiert. Hauptpreistreiber sind Spindel-Durchlass, Maximallänge, Drehmoment, Stangenlader-Integration und Steuerungstyp. Hochpräzisions-Drehmaschinen (Rundlauf unter 0,002 mm) liegen durchgehend 20-35 % höher als Standard-Modelle.
Welche Hersteller sind bei gebrauchten CNC-Drehmaschinen führend?
Die höchste Wertstabilität im Gebrauchtmarkt haben Okuma (LB-Serie, Multus, Genos), Mazak (QT, QTN, Integrex), DMG Mori (NLX, NTX, CTX), Doosan (Puma-Serie) und im Premium-Segment Index-Werke (TNC-Reihe) sowie Schaublin für Feinmechanik. Im Einsteiger-Segment sind Hyundai Wia, Tornos Citizen (für Langdrehen) und Haas ST-Serie beliebt. Für Stangenmaterial-Bearbeitung dominieren Tornos und Citizen Langdrehmaschinen den Gebrauchtmarkt. Faustregel: Japanische Hersteller (Okuma, Mazak) gelten als besonders zuverlässig; europäische Premium-Drehzentren (DMG Mori, Index) haben das dichteste Service-Netz in Deutschland.
Was ist der Unterschied zwischen CNC-Drehmaschine und Dreh-Fräs-Zentrum?
Eine klassische CNC-Drehmaschine hat 2 Achsen (X und Z) und dreht rotationssymmetrische Teile. Ein Dreh-Fräs-Zentrum (Turning-Milling Center) erweitert das um angetriebene Werkzeuge, eine Y-Achse und oft eine zweite Spindel (Gegenspindel). Damit können in einer Aufspannung komplexe Teile mit Bohrungen, Nuten und Querbearbeitungen gefertigt werden — ohne Umspannung. Preislich kostet ein Dreh-Fräs-Zentrum 50-120 % mehr als eine vergleichbare reine Drehmaschine. Wirtschaftlich lohnt sich der Aufpreis nur, wenn die produzierten Teile mehrere Bearbeitungsschritte benötigen — bei einfachen Drehteilen ist eine klassische Drehmaschine effizienter.
Worauf muss ich beim Kauf einer gebrauchten CNC-Drehmaschine besonders achten?
Zusätzlich zu den allgemeinen Prüfpunkten (Spindelstunden, Steuerung, Führungen) gibt es drehmaschinen-spezifische Kriterien: (1) Spindel-Rundlauf im Futter — unter 0,003 mm bei Premium, unter 0,005 mm bei Standard. (2) Zustand des Werkzeug-Revolvers — alle Positionen durchfahren, auf Spiel und Verschleiß prüfen. (3) Reitstock-Funktion bei langen Teilen — hydraulisch, Druck konstant? (4) Späneförderer und Kühlmittelsystem — bei Drehmaschinen besonders belastet. (5) Für Dreh-Fräs-Zentren: Zustand der C-Achse (indexiertes Drehen), Funktion der angetriebenen Werkzeuge unter Last. (6) Stangenlader-Integration falls vorhanden — muss zum Material und Durchmesser passen.
Welche Steuerung ist bei CNC-Drehmaschinen am besten?
Bei Drehmaschinen dominieren drei Steuerungs-Welten: Fanuc (besonders bei japanischen Herstellern wie Okuma, Mazak, Doosan), Siemens Sinumerik (bei DMG Mori, Index, EMCO) und herstellereigene Steuerungen wie Okuma OSP (hohe Präzision, aber spezifische Programmierung) oder Mazak Mazatrol (einfache Eingabe ohne CAM bei Standardteilen). Mazatrol ist für Einzelteilfertigung und Werkstatt-Programmierung oft überlegen; Fanuc und Siemens sind bei CAM-gestützter Serienfertigung Standard. Für den Gebraucht-Kauf 2026 zukunftssicher: Fanuc 30i/31i/32i, Siemens Sinumerik 828D und 840D sl, Okuma OSP P300/P500, Mazatrol SmoothX und SmoothAi.